Palliativ Care im Max Brauer Haus

Palliativ Care ist der Oberbegriff für alle Bereiche der Versorgung unheilbar Schwerkranker und Sterbender. Die Bezeichnung Palliativ leitet sich vom lateinischen Wort “pallium” ab und heißt so viel wie Mantel oder Umhang. Das steht für Linderung, Schutz und Wärme. Das englische Wort „care“ steht für Versorgung, Betreuung, Aufmerksamkeit.
Die Weltgesundheitsorganisation definiert Palliativ Care so: „…ein Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und deren Familien, die mit Problemen konfrontiert sind, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung einhergehen: durch Vorbeugen und Lindern von Leiden, durch frühzeitiges Erkennen, untadelige Einschätzung von Schmerzen sowie anderen belastenden Beschwerden körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art.“
Das Max Brauer Haus bildet die MitarbeiterInnen seit 2004 im Bereich der Palliativ Versorgung weiter. Damals wurde der Hospizgedanke in einem sorgfältigen Prozess im Haus eingeführt. Mehr darüber lesen Sie hier (Download pdf ).

„Würde- und respektvoller Umgang leiten unser Handeln“

Holger Koplin, 45, ist examinierter Altenpfleger und arbeitet seit fast 15 Jahren im Max Brauer Haus. Der gebürtige Duisburger hat eine Ausbildung in Palliativ Care absolviert.
„Für uns im Max Brauer Haus ist es sehr wichtig, den Sterbeprozess eines Bewohners fachkompetent zu begleiten und ihm würdevoll und respektvoll zu begegnen. Dabei ist die Schmerzfreiheit, eine stetige Mundbefeuchtung und die Nichtexistenz von Übelkeit als oberste Maxime zu nennen.
Palliativarbeit bedeutet auch: Hinhören, was der Sterbende möchte. Wir fragen täglich: Wie ist es heute? Was trauen Sie sich zu? Möchten Sie das?
Wir nutzen unsere Informationen: Wie hat der Mensch gelebt? Was ist er für ein Charakter? Was ist für ihn wichtig? Wie kann ich auf ihn und seine Vorlieben eingehen?
Ein Beispiel: Im Sterbeprozess geht es nicht mehr um maximale Flüssigkeits- oder Nahrungszufuhr. Der Körper kann dann nicht mehr so viel aufnehmen. Der Bewohner bestimmt selbst, was er noch möchte. Wir sorgen dafür, dass er über den Tag verteilt viele kleine Angebote bekommt, Dinge, die er mag. Größtenteils ist eine Übernahme der Pflege- und Betreuungstätigkeiten durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei unumgänglich.
Ein anderes Beispiel: Je weiter der Sterbeprozess fortschreitet, umso schwächer ist der Mensch und umso kleiner wird auch seine Umwelt. Irgendwann kommt er nicht mehr aus dem Bett. Das akzeptieren wir – auch, wenn wir in der klassischen Pflege großen Wert auf die Aktivierung der Bewohner legen.
Diese „andere Pflege“ sterbender Menschen erforderte im Pflegeteam ein Umdenken. Das ist uns gelungen. Es bedeutet aber auch, sich kontinuierlich weiter zu bilden, um neue Erkenntnisse für alle Beteiligten nutzen zu können.“

 

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