26.04.2019

Altenpflegerin im ambulanten Pflegedienst: Natascha Naschke

„Ich wollte unbedingt hier arbeiten“

Natascha Naschke ist examinierte Altenpflegerin. Sie kam 2012 ins Team des ambulanten Pflegedienstes Norzel im Seniorenzentrum Nordlandweg.

Frau Naschke, Sie wollten unbedingt beim Pflegedienst Norzel arbeiten. Warum?

Ich war vorher in einem Pflegeheim im Nachtdienst tätig. Sieben Nächte arbeiten, sieben Tage frei - das war mir mit der Familie und meinen zwei Töchtern einfach zu viel. Ich habe die Arbeit im Pflegeheim auch als sehr geregelt - zum Teil wie „Fließbandarbeit“ - empfunden. Das wurde den Menschen nicht mehr gerecht.

Ich wollte eine Veränderung und lieber im ambulanten Bereich arbeiten, ein bisschen ruhiger, ein bisschen freier, körperlich weniger anstrengend. Ich bin hier im Viertel aufgewachsen, daher kannte ich auch dieses Haus und den Pflegedienst. Anfangs gab es keine freie Stelle für mich, aber ich habe nicht locker gelassen und jede Woche wieder nachgefragt, bis nach einem halben Jahr jemand in Rente ging. Da hieß es dann: Komm vorbei!

Haben Sie die Entscheidung jemals bereut?

Nicht eine Sekunde! Ich habe ein super Team und super Vorgesetzte. Es ist hier wie mein zweites Zuhause.

Wie arbeiten Sie?

Ich arbeite 30 Stunden im Früh- und Spätdienst. Der Dienstplan liegt immer für den gesamten Monat aus und jeder trägt sich ein, wie er oder sie gerne arbeiten möchte. Meist passt das auch. Ich zum Beispiel arbeite gerne sechs oder sieben Tage am Stück und habe dann drei oder vier Tage frei.

Wir machen täglich Behandlungstouren für Bewohner, die medizinische Hilfe wie Spritzen, Tabletten, Verbände und ähnliches brauchen. Da habe ich immer rund 30 Patienten zu versorgen. Und wir machen Grundpflegetouren mit Hilfe beim Anziehen, waschen, Frühstück machen. Da sind meist so zehn Patienten zu betreuen. Ich laufe alle Touren, denn ich mag die Mischung.

Sie sind ausschließlich für die Mieter hier im Haus da, die Norzel als Pflegedienst gewählt haben. Was schätzen Sie daran?

Ich kann mir für die Menschen Zeit nehmen, bin nicht im Auto unterwegs, nicht so unter Druck, weil der Nächste in seiner Wohnung schon wartet und ich noch durch Schnee oder Blitzeis mit dem Auto zu ihm kommen muss. Hier ist es entspannter. Hier dauert mit den Bewohnern alles so lange, wie es dauert und das ist auch gut so.

Sie haben zwölf Kolleginnen und einen Kollegen. Wie arbeitet es sich im Team?

Super. Jeder hilft jedem, jeder ist für jeden da, jeder tauscht mit jedem, auch wenn mal irgendwas Privates ist. Darauf kann man sich verlassen, das funktioniert immer einwandfrei.

Was war Ihr Highlight bislang?

Ich wurde am Anfang supertoll ins Team aufgenommen und jeder war hilfsbereit. Wie oft habe ich mich in den großen Häusern verlaufen! Da hat keiner was gesagt! Also ich habe mich sofort zugehörig gefühlt.

Viele klagen ja über ihren Beruf in der Pflege.

Das geht mir anderes. Ich liebe meine Arbeit. Die Bewohner sind total dankbar, freuen sich über die Hilfe und nehmen auch Ratschläge an. Ich bin gerne dabei und es macht mir immer noch genauso viel Spaß wie am Anfang. Auch fachlich entwickle ich mich durch die Fortbildungen weiter. Also hier bei Norzel ist es einfach ideal für mich, hier gehe ich nicht mehr weg!

Das Gespräch führten wir im März 2019.

Kopfgrafik Alida Schmidt-Stiftung
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