06.12.2017

Leitung des stiftungseigenen ambulanten Pflegedienstes Norzel: Ursula Terwiel

"Die Teamzusammengehörigkeit im Norzel ist sehr stark und bedeutet mir viel."

Frau Terwiel, was genau heißt eigentlich „Norzel“?

Den Namen „Norzel“ haben die Mieter ins Leben gerufen. Unser Hauptsitz ist in der Seniorenwohnanlage Nordlandweg der Flutopfer-Stiftung und diese grenzt an zwei Straßen: an den Nordlandweg und an die Zellerstraße. Als Abkürzung entstand unter den Mietern der Name „Norzel“.

Der Pflegedienst hat drei Standorte. Welche?

Wir arbeiten ausschließlich in den Seniorenwohnanlagen der Stiftungen: in Meiendorf im Seniorenzentrum Nordlandweg mit unserem Hauptsitz, in Bramfeld im Max Brauer Haus mit einer kleinen Beratungsstelle und mit einer weiteren Beratungsstelle in Lohbrügge im Wilhelm Leuschner Seniorenzentrum. Hier versorgen wir auch die Bewohner in der Seniorenwohnanlage der Georg und Emma Poensgen-Stiftung.

Was bieten Sie genau an?

Wir betreuen ausschließlich Mieter aus den genannten Wohnanlagen. Wir pflegen nicht außerhalb, sind also nicht mit dem Auto oder per Fahrrad auf der Straße unterwegs. Ansonsten sind wir ein klassischer ambulanter Pflegedienst: Wir bieten Leistungen der häuslichen Behandlungspflege, der Grundpflege und hauswirtschaftlichen Versorgung sowie Betreuungsleistungen an.

Wie viele Mitarbeiter/innen beschäftigen Sie in welchen Berufen?

Zurzeit sind es etwa 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in drei Häusern. Die Teams setzen sich zusammen aus Pflegefachkräften aus dem Bereich der Alten- und Krankenpflege sowie Gesundheits-und Pflegeassistenten (GPA). Dann haben wir Pflegehelferinnen, also angelernte Kräfte, von denen viele schon langjährig bei uns tätig sind. Und wir beschäftigen Hauswirtschaftskräfte, die ausschließlich nur in der Hauswirtschaft tätig sind. Diese Tätigkeit ist ein wichtiger Bereich unserer Arbeit, weil viele unser Mieter hochbetagt sind. Dass wir dafür eigene Kräfte beschäftigen, unterscheidet uns positiv von anderen Pflegediensten. Um doppelte Anfahrten zu vermeiden müssen die Pflegekräfte in anderen Diensten die Hauswirtschaft mit verrichten. Das ist bei uns nicht so. Ach ja - nicht zu vergessen haben wir auch eine Kollegin, die in Lohbrügge sogenannte Entlastungsleistungen anbietet. Das heißt, sie unterstützt pflegebedürftige Bewohnerinnen und Bewohner bei der Gestaltung ihres Alltags.

Sie haben immer wieder offene Stellen zu vergeben. Welche?

Wir suchen insbesondere Fachpersonal, also examinierte Pflegekräfte. Und auch Auszubildende zur Pflegefachkraft mit Realschulabschluss oder Abitur nehmen wir sehr gerne bei uns auf. In den nächsten Jahren werden einige langjährige Kolleginnen in den Ruhestand gehen.

Was macht für Sie einen guten Mitarbeiter aus?

Meine Grundhaltung ist, dass wir alle unterschiedliche Stärken und Schwächen haben. Ich wünsche mir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die dieses Verständnis teilen und die Bereitschaft zur Unterstützung mitbringen. Davon profitiert jeder. Teamfähigkeit ist hier das Zauberwort.

Welche Bewerber/innen wünschen Sie sich dafür?

Fachlich qualifizierte junge Kolleginnen und Kollegen mit Schwung, aber auch Menschen, die schon berufserfahren sind und mit beiden Beinen im Leben stehen. Eine gute Mischung ist optimal.

Was macht das Arbeiten beim Pflegedienst Norzel so besonders?

Da möchte ich drei Punkte nennen:

  1. Die Kolleginnen und Kollegen haben einen festen Stützpunkt in einem der Seniorenzentren. Sie sind nur innerhalb dieses Hauses tätig und brauchen nicht „auf die Straße“. Die Dienste sind pro Woche auf fünf Tage verteilt, die Dienstplanung steht in der Regel vier Wochen vorher. Das macht das Privatleben planbar. Wir bieten auch den Vorteil einer digitalen Zeiterfassung. Wenn doch mal ein Notfall längeres Arbeiten erfordert, zählt die Uhr weiter und diese Zeit kann durch Freizeit abgebaut werden.
  2. Wir sind ein starkes Team. Die Kollegen sind nicht alleine im Haus und können sich immer Hilfe holen. Während man in einem externen Dienst in Notsituationen häufig alleine ist, ist man bei uns eingebunden und somit abgesicherter.
  3.  In einer gemeinnützigen Stiftung zu arbeiten, hat Vorteile. Man hat Sicherheit und wird bei Problemen aufgefangen.

Wie lange sind Sie selbst schon in unseren Stiftungen tätig?

Ich arbeite seit 1998 in der Stiftung. Ursprünglich komme ich aus dem Krankenhausbereich, war viele Jahre Stationsleitung der Notaufnahme im Krankenhaus Wandsbek. Nach 25 Jahren in diesem Bereich habe ich dann die Phase der Privatisierung und Fusionierung der Krankenhäuser erlebt. Da wollte ich mich verändern und kam als Pflegedienstleitung ins Max Brauer Haus. Nach drei Jahren wechselte ich als Leitung in den Pflegedienst Norzel und habe ihn auf- und ausgebaut. Bis heute mache ich diese Arbeit sehr gerne. Eine stellvertretende Pflegedienstleitung und eine Teamleitung in Lohbrügge unterstützen mich. Wir haben unterschiedliche Aufgabenbereiche und ergänzen uns somit gut.

Sie selbst sind der Stiftung seit langem treu. Warum?

Die selbstständige Arbeit, die Stiftung als angenehmer Arbeitgeber, die Herausforderung des Aufbaus eines Pflegedienstes sowie weitere Entwicklungen haben immer Veränderungen mit sich gebracht und das Arbeiten interessant und abwechslungsreich gestaltet. Deshalb ging es mir so wie vielen hier: Wer einmal kommt, bleibt. Die Teamzusammengehörigkeit im „Norzel“ ist auch sehr stark und bedeutet mir viel.

Ein letztes Thema: Sie arbeiten mit älteren, bisweilen hochaltrigen Menschen. Was sind schwierige Situationen im Arbeitsalltag für Ihre Mitarbeiter?

Die Schwierigkeiten entstehen dann, wenn wir an unsere fachlichen Grenzen kommen, wenn das eigenständige Leben in der Wohnung für einen Mieter schwieriger wird. Das betrifft zum Beispiel Bewohner mit hoher Eigengefährdung aufgrund einer Demenzerkrankung oder durch zunehmendes Sturzrisiko. Auch die teilweise hohen Ansprüche der Angehörigen sind schwierig.

Wie unterstützen Sie?

Wir versuchen Lösungen zu finden. Beratungsgespräche für die Mieter und für die Angehörigen sind dabei ein wichtiges Instrument. Unsere Kolleginnen und Kollegen finden es gut, dass wir uns so kümmern!

Liebe Frau Terwiel, wir danken für dieses Gespräch, das wir im September 2017 geführt haben.

Kopfgrafik Alida Schmidt-Stiftung
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