05.12.2017

Team Wohnungswirtschaft: Sylvia Schlesiger und Nicole Chaanin

"Ich glaube, ich habe einen guten Arbeitgeber erwischt."

Sylvia Schlesiger betreut die Seniorenwohnlage der Carl und Amanda Behrs Stiftung in Horn, der Poensgen-Stiftung in Lohbrügge und der Wilhelm Carstens-Stiftung in Wilhelmsburg. Auch die Mietshäuser in der Dorotheenstraße sowie der Probsteier Straße gehören zu ihrem Aufgabengebiet.

Nicole Chaanin vermietet und verwaltet die Wohnungen im Seniorenzentrum Nordlandweg und in der Seniorenwohnanlage Wiebischenkamp.

Sylvia Joy Schlesiger arbeitet seit 14 Jahren als Sachbearbeiterin in der Wohnungswirtschaft der Stiftungen. Die gebürtige Engländerin ist gelernte Fachwirtin für die Wohnungswirtschaft und Bürokauffrau. Nicole Chaanin, ist seit 15 Jahren im Team der Wohnungswirtschaft aktiv, ebenfalls als Sachbearbeiterin. Sie ist studierte Volkswirtin.

Frau Schlesiger, wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Frau Schlesiger: Unser Aufgabenbereich ist grundsätzlich gleich: Wir sind zuständig für die Vermietung und die Mietenbuchhaltung in den Seniorenwohnanlagen der Stiftungen.
Praktisch sieht das so aus: Ich übernehme die Erstberatung von Interessenten am Telefon und verwalte die Bewerberdaten. Die ausführlichen Infogespräche mit Wohnungsbesichtigung sowie die Auswahl der Mieter/innen übernehmen die Kolleg/innen vor Ort in den Seniorenwohnanlagen. Danach komme ich wieder ins Spiel und schreibe die Mietverträge.
Ich verwalte aber auch Wohnungen der Alida Schmidt-Stiftung, die wir über den freien Wohnungsmarkt an Menschen mit geringem Einkommen vermieten. Hier führe ich die Interessentengespräche und bin an der Auswahl der Mieter/innen beteiligt. Ende des Monats ziehe ich die Miete für alle meine Objekte ein und bearbeite evtl. Mietrückstände. Außerdem verwalte ich zurzeit die Kautionskonten aller Wohnungen der Stiftungen.

Was davon machen Sie am liebsten, Frau Schlesiger?

Ich habe früher im Rechnungswesen gearbeitet. Und ich gehe immer noch sehr gerne mit Zahlen um. Das ist ein guter und berechenbarer Ausgleich zu den vielfältigen Gesprächen, die ich täglich führe. Insgesamt finde ich an meinem Job aber am interessantesten, dass kein Tag dem anderen gleicht.

Frau Chaanin, was sind Ihre Aufgaben?

Auch mein Aufgabenbereich ist sehr vielfältig und macht mir richtig Spaß. Ich betreue zwei Einrichtungen – für die eine schreibe ich die Mietverträge und übernehme die Vertragsabschlüsse, d.h. die Mieter/innen kommen dafür zu mir ins Büro. Für das andere Haus verwalte ich zusätzlich die Mieterliste und bespreche mich mit der Leiterin des Einrichtung zur Auswahl neuer Mieter/innen. Dazu kommt der buchhalterische Bereich: Die Verwaltung der einzelnen Mieterkonten, Mahnverfahren, Mieteinzüge, Zahlungsverkehr der Betriebskosten etc.

Zum Team der Wohnungswirtschaft gehören insgesamt 5 Personen. Der Leiter, drei Sachbearbeiterinnen für Vermietung und Verwaltung und eine Sachbearbeiterin für die Betriebskostenabrechnung. Wie ergänzen Sie sich, Frau Chaanin?

Wir arbeiten sehr eng zusammen. Alle haben ihren Aufgabenbereich, aber wir klären Fragen gemeinsam, beraten uns über Bewerber/innen und helfen uns bei technischen Aufgabenstellungen.

Frau Schlesiger: Für das Team spricht für mich auch eindeutig die gegenseitige Unterstützung. Durch unsere gute Aktenführung haben wir alle Zugriff auf alle Mieterakten. Und unser Leiter ist u.a. Experte in Rechtsangelegenheiten!

Wie ist das Team zeitlich aufgestellt?

Wir arbeiten alle Teilzeit. Ganz wichtig ist uns dabei, dass das Mietertelefon von Montag bis Freitag immer besetzt ist.

Sie haben mit älteren Menschen zu tun. Was ist das Besondere an dieser Kommunikation?

Frau Schlesiger: Ältere Menschen muss man da abholen, wo sie stehen. Beim Erstkontakt sind viele traurig, weil sie ihre Wohnung, in der sie meist lange Jahre gelebt haben, manchmal auch noch mit dem inzwischen verstorbenen Partner, verlassen müssen. Der Schritt in eine Seniorenwohnanlage fällt vielen schwer. Das müssen wir im Gespräch auffangen. Die Interessenten erhoffen sie sich andererseits oftmals schnelle Hilfe. Die wenigsten Seniorinnen und Senioren kümmern sich vorausschauend um ihr Wohnen im Alter. Manche sind gestürzt, manche kommen nicht mehr in den 3. Stock – Gründe für einen schnellen Wohnungswechsel gibt es viele. Wir müssen dann einfühlsam reagieren und Möglichkeiten in unseren Wohnanlagen aufzeigen. Unsere Sozialkompetenz ist jeden Tag gefragt.

Frau Chaanin: Ja, die persönliche Betreuung unserer Mieter/innen ist sehr intensiv. Ein ergänzendes Beispiel zu den Ausführungen von Frau Schlesiger: Für den Einzug in unsere Seniorenwohnanlagen brauchen die Mieter i.d.R. einen Wohnberechtigungsschein vom Wohnungsamt. Viele haben Hemmungen oder Vorbehalte, den anzufordern. Dann müssen wir ihnen Mut machen und sie ggf. unterstützen.

Frau Schlesiger: Unsere Mieter/innen sind nicht nur älter, sondern hatten oft auch schwierige Lebensläufe. Einige haben keinen Kontakt zu Kindern oder anderen Angehörigen und sind ganz alleine. Andere sind nicht der deutschen oder der Schrift-Sprache mächtig. Viele haben sehr wenig Geld zur Verfügung. Nicht wenige haben einen gesetzlichen Betreuer. Mit all dem haben wir täglich zu tun.

Frau Chaanin: Wir brauchen auch Toleranz. Zum Beispiel, wenn Mieter/innen mehrmals am Tag anrufen und die gleichen Fragen stellen. Oder wenn jemand schwerhörig ist. Oder wenn sich jemand gerne beschwert, was auch immer mal wieder vorkommt.

Frau Schlesiger: Eine besondere Situation ist auch die Beendigung des Mietverhältnisses. Der Grund dafür ist ja meistens der Tod des Mieters – in einer Seniorenwohnanlage nicht verwunderlich. Es rufen dann die Kinder an, die einem mitteilen, dass das Elternteil verstorben ist. Mit der Traurigkeit der Angehörigen gehen wir auch sehr einfühlsam um.

Frau Chaanin, was war das Highlight Ihres bisherigen Berufslebens in den Stiftungen?

Ganz eindeutig die Eröffnung der neuen Wohnanlagen, verbunden mit besonderen Tätigkeiten. Zum Beispiel haben wir 2013 einen Neubau mit knapp 100 Wohnungen in Bergedorf eröffnet. Hier konnte ich meine Kollegin unterstützen und den Ablauf von Anfang bis Ende verfolgen: Die Baufortschritte, die Vermietung, die Wohnungsübergaben. Ich war ganz dicht dran und es war eine Freude zu sehen, wie schön die Wohnungen geworden sind und wie die Mieter sich darüber gefreut haben.

Frau Schlesiger: Für mich ist die Beständigkeit in den Stiftungen das Highlight. Ich finde, ich habe einen guten Arbeitgeber erwischt. *lacht

Dieses Gespräch führten wir im August 2016.

Kopfgrafik Alida Schmidt-Stiftung
Verknüpfung zur Startseite