05.12.2017

Erst Azubi, jetzt Kauffrau für Bürokommunikation in der Hauptverwaltung: Julia Wilken

"Hier konnte ich einen kaufmännischen Beruf mit dem sozialen Bereich verbinden."

Julia Marie Wilken ist 22 Jahre jung. Im August 2013 begann die gebürtige Hamburgerin ihre Ausbildung in der Hauptverwaltung der Stiftungen. Seit drei Monaten hat sie ausgelernt und arbeitet nun in einem vielfältigen Aufgabenbereich.

Frau Wilken, wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Vier von fünf Arbeitstagen bin ich im Rechnungswesen. Ich arbeite in der Kreditorenbuchhaltung und kontiere die Eingangsrechnungen. Außerdem mache ich die Anlagenbuchhaltung: Ich erfasse Vermögensgegenstände wie z.B. Gebäude, den Fuhrpark, Betriebs- und Geschäftsausstattung wie Möbel, Fax, Kopierer etc. Die Vermögensgegenstände werden dann aktiviert und im Laufe der Jahre abgeschrieben, da sie an Wert verlieren. Außerdem unterstütze ich meine Kolleginnen in der Buchhaltung und assistiere an je einem halben Tag im Bereich EDV und Öffentlichkeitsarbeit.

Was davon machen Sie am liebsten?

Am liebsten bearbeite ich die Rechnungen. Man muss die genau lesen und überlegen, auf welches Konto und auf welche Kostenstelle der Vorgang gebucht werden muss. Das mag ich sehr.

Im Team der Buchhaltung gehören fünf Personen und ein Abteilungsleiter. Wie ergänzen Sie sich?

Wir unterstützen uns alle gegenseitig. Wenn jemand nicht weiter kommt mit einer Aufgabe, z.B. eine Rechnung nicht findet, oder bei etwas anderem Hilfe benötigt, helfen wir uns und versuchen, es im Team zu klären oder springen ein. Die Buchhaltung trifft sich jeden Morgen kurz bei zwei Kolleginnen im Büro – wir trinken einen Cappuccino und reden über Gott und die Welt. Das ist für unsere Stimmung im Team ganz toll.

Wie ist das Team zeitlich aufgestellt?

Der Abteilungsleiter und eine langjährige Kollegin arbeiten Vollzeit. Die anderen Kolleginnen arbeiten alle halbtags. Zurzeit arbeite ich selbst von Montag bis Freitag für ein Jahr auf 30 Stunden.

Sie haben Ihre Ausbildung in den Stiftungen gemacht? Was genau haben Sie gelernt?

Ich habe den Beruf der Kauffrau für Bürokommunikation gelernt.

Warum haben Sie sich die Stiftungen als Arbeitgeber ausgesucht?

Weil ich hier einen kaufmännischen Beruf mit dem sozialen Bereich verbinden konnte. Ich war vorher berufsorientierend im Kindergarten tätig, das hat mir auch viel Spaß gemacht, aber ich habe gemerkt, dass ein komplett sozialer Beruf nicht das Richtige für mich ist.

Wie lief Ihre Ausbildung ab?

Meine Ausbildung ging über drei Jahre und fand sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule statt. Die Berufsschule habe ich zweimal in der Woche für jeweils sechs Stunden besucht. Während meiner Ausbildung habe ich die verschiedenen Abteilungen der Hauptverwaltung durchlaufen. Ich war für sechs Monate in der Wohnungswirtschaft und jeweils ein paar Wochen im Sekretariat und in der Personalbuchhaltung. Die meiste Zeit meiner Ausbildung habe ich aber ich der Buchhaltung gearbeitet.

Wie liefen Ihre Prüfungen ab?

Meine schriftlichen Prüfungen habe ich im Mai 2016 in einer großen Halle am Hamburg Airport geschrieben. Im Juli hat meine mündliche Prüfung stattgefunden. Die Prüfungen waren für mich mit sehr viel Stress und Aufregung verbunden, aber letztendlich lief alles ziemlich gut. Gerade vor der mündlichen Prüfung war ich aufgeregt wie schon lange nicht mehr, aber die Mitarbeiter in dem Betrieb, in dem die Prüfung stattgefunden hat, und die Prüfer waren alle sehr freundlich. Meine Ausbildung habe ich mit einer Gesamtnote von 2 abgeschlossen.

Wie wurden Sie währen der Ausbildung betreut?

Mein fester Ansprechpartner war mein Ausbilder Herr Ahrens. Allerdings haben sich alle Kolleginnen und Kollegen um mich gekümmert und wenn ich Kummer oder Sorgen hatte, konnte ich mit jedem reden.

Sie sind ein „Küken“ in einem etwas älteren Team. Wie ist das für Sie?

Das ist kein Problem für mich. Ich singe und tanze seit Jahren im Finkwarder Speeldeel e.V. Wir haben viele ältere Mitglieder, aber auch Kinder. So habe ich kein Problem damit, hier das Küken zu sein. Ich komme damit sehr gut klar.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Schon beim Einstellungsgespräch war ich gefragt worden, ob ich wüsste wie meine Zukunft nach der Ausbildung aussehen wird. Ob ich z.B. studieren möchte. Die Stiftung suchte Jemanden, den man eventuell übernehmen kann. Anfang diesen Jahres wurde mir mitgeteilt, dass die Stiftungen mich gerne übernehmen möchten, jedoch vorerst nur auf 30 Stunden für ein Jahr. Kurz vor meiner mündlichen Prüfung habe ich dann meinen Vertrag unterschrieben. Ab nächsten August / September darf ich dann wieder Vollzeit arbeiten, als Nachfolgerin einer langjährigen Sekretariatskollegin.

Was war das Highlight Ihres bisherigen Berufslebens in den Stiftungen?

Als ich meine Prüfungen bestanden habe, bin ich sofort ins Büro gegangen um das Ergebnis zu verkünden. Ich wurde von meinen Kolleginnen und Kollegen gefeiert! Mein Tisch war ein bisschen geschmückt mit Blumen, Süßigkeiten und einem Gutschein und alle haben mir herzlich gratuliert.

Was raten Sie zukünftigen Interessierten, die sich vielleicht auch um eine Ausbildung bewerben wollen?

Hier in der Hauptverwaltung arbeiten wir im Team, das Betriebsklima ist freundlich und wenn man einen kaufmännischen Beruf in einem sozialen Bereich haben möchte, ist es super.

Wo möchten Sie in fünf Jahren stehen?

Ich hoffe ich arbeite dann immer noch hier und bin glücklich in meinem Job.

Dieses Gespräch führten wir im September 2016. Wir planen, im Sommer 2017 eine neue Ausbildung in der Hauptverwaltung der Stiftungen anzubieten.

Kopfgrafik Alida Schmidt-Stiftung
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