25.05.2020

Sozialpädagogin im Seniorenzentrum Nordlandweg: Sabrina Jaklic

„Kein Tag ist wie der andere”

Frau Jaklic, wieso sind Sie Sozialpädagogin geworden?

Das war mir immer schon klar. Ich arbeite einfach unheimlich gerne mit Menschen.

Wie sind Sie im Seniorenzentrum Nordlandweg gelandet?

Vor dem Start in den Stiftungen habe ich fast zehn Jahre lang in der ambulanten Sozialpsychiatrie gearbeitet. Dort ist man sehr dicht dran an den psychisch erkrankten Klienten und ich wollte nach so langer Zeit gerne eine Veränderung. Durch eine Anzeige bin ich dann bei den Stiftungen im Arbeitsfeld Altenhilfe gelandet — die Anzeige klang einfach sehr interessant und vielfältig. Und außerdem wohne ich in der Nähe.

Wie war Ihr Start bei uns?

Ich wurde sehr herzlich aufgenommen und so wurde mir der Start einfach gemacht. Wir verstehen uns im Team sehr gut und können uns gut austauschen.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Der Alltag ist vielfältig und selten planbar. Wir betreuen hier fast 500  Mieterinnen und Mieter ab 60 Jahren. Meine Hauptaufgabe ist die sozialpädagogische Arbeit. Dies beinhaltet  Krisenintervention im Allgemeinen und Schlichtung bei Konflikten zwischen Mietern. Zudem kümmere ich mich um Mieter mit psychischen Erkrankungen, z.B. Depressionen, Psychosen oder Menschen, die unter dem Messie-Syndrom leiden. Diese Aufgaben gehen nicht selten Hand in Hand.

Außerdem helfe ich, genau wie die Kolleginnen im Betreuungsbüro, bei Anträgen auf Grundsicherung, für einen Schwerbehindertenausweis, für Wohngeld, auf einen Pflegegrad, bei Telefonverträgen — das ist quasi unser Alltagsgeschäft. Wir führen auch Gespräche mit Mieterinteressenten und nach Einzug das Erstgespräch mit neuen Mieterinnen und Mietern.

Wir richten hier viele Veranstaltungen aus und bieten ein ständig wechselndes Angebot. Meine Vorgesetzte und Kollegin und ich sind dabei für die Planung und Organisation zuständig. Außerdem organisieren wir die „großen" Feste wie Sommerfeste, Oster- und Weihnachtsbasare und -feiern.

Nicht zuletzt sind wir für die Stadtteilarbeit und Vernetzung zuständig, z.B. in der AG Altenhilfe des Seniorenstützpunktes oder in der Arbeitsgruppe Kulturnetzwerk.

Wie sind Sie im Team aufgestellt?

Wir sind: die Leitung, ich als Sozialpädagogin und stellvertretende Leitung, drei Seniorenbetreuerinnen, eine duale Studentin, ein Hauswartsgehilfe, eine Reinigungskraft und eine Vermietungsfachkraft. Wir arbeiten gut miteinander für dieselbe Sache.

Was mögen Sie am liebsten an Ihrem Arbeitsalltag?

Den Kontakt mit den Mieterinnen und Mietern und die Veranstaltungen. Das ist so vielseitig und abwechslungsreich. Man weiß nie, was passiert. Kein Tag ist wie der andere. Diese immer neuen Aufgabenstellungen machen die Arbeit besonders interessant. Und es bringt auch Spaß zu überlegen, mit welchem Betreuungsangebot man den Mietern eine Freude machen kann.

Was sind schwierige Situationen im Arbeitsalltag? Wie halten Sie die Belastungen aus?

Ich bin es ja gewohnt, mit Menschen mit psychischen Erkrankungen zu arbeiten. Konflikte unter Mietern sind aus meiner Erfahrung dagegen Themen, die manchmal schwieriger zu klären sind. Oftmals gilt es zunächst, den eigentlichen Konflikt herauszufiltern, um ihn dann lösen zu können. Aber auch in diesen Fällen sind wir immer engagiert auf der Suche nach einer Lösung, mit denen alle Beteiligten zufrieden sind. Wenn etwas schwerer ist, tausche ich mich mit meiner Leitung und auch mit den anderen Kolleginnen aus. Das hilft.

Was macht Ihnen Freude? Was motiviert Sie?

Ich komme gerne an meinen Arbeitsplatz und die Zusammenarbeit im Team bringt Spaß. Dazu kommt noch die abwechslungsreiche Arbeit, die immer wieder Herausforderungen birgt, so wird es nie langweilig.

Was bietet Ihnen die Stiftung als Arbeitgeberin?

Als Arbeitgeber ist die Stiftung für mich gut, ich hatte bislang keine Probleme. Der Tarifvertrag ist auch eine sehr schöne Sache.

Was war Ihr Highlight in Ihrer Stiftungszeit?

Tatsächlich gibt es einige. Insbesondere, wenn Mieterinnen und Mieter von denen ich dachte, dass sie bei uns nicht mehr gut aufgehoben sind, doch wieder eigenständig und selbstbestimmt bei uns wohnen können. Aber auch die Ausfahrten oder Feierlichkeiten sind sehr schön, weil ich an diesen Tagen die Möglichkeit habe, die Mieterinnen und Mieter noch einmal von einer anderen Seite kennenzulernen.

Dieses Gespräch führten wir im Mai 2020.

Kopfgrafik Alida Schmidt-Stiftung
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